Der Ortsname geht auf die Zeit der fränkischen Landnahme ab dem 8. Jahrhundert zurück. Erstmalige Erwähnung fand "Bickendorf" im Jahre 832 in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Echternach. Seit dem 13. Jahrhundert, bis zur "französischen Zeit", stand der Ort unter luxemburgischer Herrschaft. Während der Feudalzeit gehörte Bickendorf den Herren von Enscheringen, zuletzt der Familie du Sartz de Vigneulle.

Wappen

Der Zinnenschnitt im Wappen symbolisiert das von der Familie Du Sartz de Vigneulle im 18. Jahrhundert erbaute Herrenhaus, die sogenannte Burg; ebenso beziehen sich die Farben gold und blau auf das Wappen der Familie, während der rote Löwenkopf auf die Enscheringer Herren hinweist.

Grundherren im 17. und 18. Jh. in Bickendorf

Im 17. Jh. ist Christoph von Veyder Grundherr in Bickendorf, 1676 wird er als Posthalter in Bickendorf genannt. Dieser Christoph von Veyder wird auch als Großvater von Johann Christoph und Johann Werner von Veyder genannt, die 1681 durch Vertrag endgültige Besitzer von Malberg wurden. Johann Werner von Veyder wurde 1703 Weihbischof von Köln und ließ 1708 das neue Haus auf Schloss Malberg erbauen.

Da die Denkmalpflege die Erbauungszeit des Hauses Burgstraße 5 + 7 im 17 Jh. vermutet, könnte Christoph von Veyder der Bauherr sein. Er starb am 11.09.1697 in Bickendorf und zehn Jahre später 1707 heiratete seine Tochter Anna Margaretha Maria den Alexander du Sartz de Vignuelle, der nun neuer Grundherr in Bickendorf wurde. Zur Familie der Vigneulle schreibt Georg Bärsch in seinem Buch, Beschreibung der Eifel von 1829:

"Der erste Edelmann dieses Geschlechtes, welches seit langer Zeit Güter zu Bickendorf besitzt und gewöhnlich Dussart genannt wird, war Philipp Vigneulles, ein Bürger zu Metz, welcher im Jahre 1601 von dem Herzoge Karl III. von Lothringen geadelt wurde und den Beinamen du Sartz annahm. Die Familie besaß Vintrange an der Mosel."

Am 6.06.1758 starb Alexander Du Sartz de Vigneulle im Alter von 75 Jahren in Bickendorf. Die Grabplatte von ihm und seiner Frau Anna Margarethe Maria von Veyder ist heute in der Kirche St. Martin in Bickendorf in der Taufkapelle im Altar eingelassen.

Ernst Wackenroder schreibt 1927 in seinem Buch"Die Kunstdenkmäler des Kreises Bitburg" über die Grabplatte:

"An einem Nebenaltar ist als Antependium die Grabplatte des im Jahre 1758 verstorbenen Alexander du Sartz de Vigeul angebracht. Toparcha (Gutsbesitzer) in Bickendorf usw., und seiner im Jahre 1730 vertorbenen Gemahlin Anna Maria von Veyder. Die im Grund etwas geschweifte Platte ist 1,04m breit, 94 cm hoch. Über dem Inschriftrahmen das vereinigte Ehewappen. Die Grabplatte stammt (nach Heydinger, puplic. De Luxemb. XXXII, S.106) aus der zu seiner Zeit schon nicht mehr vorhandenen du Sartzchen Hauskapelle."

Das Fest der heiligen Apollonia soll früher in der Hauskapelle des Toparchen von Bickendorf abgehalten worden sein. 1774 feierte man es zum ersten Mal in der Pfarrkirche.

Text : Hardy Diedrich

 

Quellen :

siehe Text

Familienbuch der Pfarrei Bickendorf St.Martin, Werner Naumann